Passwortmanager - ein unverzichtbares Tool

Wissen Sie, bei wie vielen Online-Portalen, Internetdiensten und Web-Shops – sei es geschäftlich oder privat – Sie jemals ein kennwortgeschütztes Konto angelegt haben? Ich komme auf sage und schreibe 85. In Worten: fünfundachtzig. Woher ich das so genau weiß? Mein Passwortmanager hat es mir eben verraten. Den überwiegenden Teil dieser Kennwörter habe ich nicht im Kopf (wie auch?) und ich erinnere mich auch nicht bei jedem Account daran, welche E-Mail-Adresse ich für die Anmeldung verwendet habe oder ob ich doch einen kryptischen Benutzernamen vergeben habe. Das kann mir glücklicherweise aber auch egal sein, denn mein Passwortmanager kann sich das alles mühelos merken, vorausgesetzt, ich erinnere mich an das eine Master-Passwort, mit dem sich der Tresor mit meinen Datenschätzen öffnen lässt.

Passwortmanager gibt es mittlerweile wie Sand am Meer: LastPass, RoboForm, KeePass, Dashlane, 1Password (und wie sie alle heißen) sind nur einige Beispiele. Einige sind eher für Windows-Betriebssysteme geeignet, andere wiederum sind für Mac-User interessant. Es gibt welche, für die nur eine einmalige Lizenzgebühr fällig wird, bei anderen muss ein Abo abgeschlossen werden. Doch eins haben sie alle gemeinsam: Sie erleichtern uns das Leben und erhöhen unsere Sicherheit, wenn wir im World Wide Web unterwegs sind.

1Password

Wie funktioniert's? Kombinationen aus Nutzername und Passwort werden im Tresor gespeichert, der durch ein möglichst langes und kompliziertes Master-Passwort gesichert ist. Statt unzähliger Kombinationen aus Benutzername und Passwort muss man sich zukünftig also nur noch ein starkes Passwort merken. Darüber hinaus lassen sich in vielen Passwortmanagern auch Kreditkartendaten, Server-Zugangsdaten und Lizenzdateien abspeichern sowie sichere Notizen hinterlegen. Und damit man sich bei der Vergabe von Passwörtern nicht selbst kreativ austoben muss (12345 ist kein sicheres Passwort!), verfügt jeder gängige Passwortmanager auch über einen entsprechenden Generator, mit dem sich Kennwörter bestehend aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen mit nur einen Klick erstellen lassen.

Es ist sicher nicht leicht, sich bei der großen Auswahl für einen Passwortmanager zu entscheiden. Ich nutze seit mehreren Jahren 1Password und bin nach wie vor sehr zufrieden damit. Die einschlägigen Computermagazine stellen immer mal wieder die verbreitetsten Kennwortverwalter auf die Probe, so zum Beispiel kürzlich auch die Mac & i. Schauen Sie sich in Ruhe um und entscheiden Sie dann, welches Programm Sie in puncto Sicherheit, Komfort und Preis überzeugen kann. Der Umstieg lohnt sich!

Mein Mac und ich (Teil 1): Wie ich zum Mac kam

Der aufmerksame Leser hat es eventuell schon gemerkt, aber für alle, denen es noch nicht aufgefallen ist: Ich bin Mac-Userin aus Leidenschaft. So gut wie alle meine Arbeitsgeräte (Eingabegeräte wie Tastatur und Maus mal ausgenommen) tragen auf ihrer Rück- oder Oberseite den weltberühmten angebissenen Apfel. Im ersten Teil dieses zweiteiligen Blog-Beitrags erzähle ich Ihnen, wie ist es dazu kam. Was hat mich dazu bewogen, auf Apple zu setzen? Und da die Frage "Windows oder Mac?" oft allzu schnell in eine ideologische Grundsatzdiskussion ausartet, möchte ich es mit einem persönlichen Ansatz versuchen.

Macintosh_SE
Ein kurzer Blick zurück in meine Computer-Sozialisierung hilft dabei, meine Zuneigung zu Apple-Geräten zu verstehen. Ein Mac ist für mich immer schon ein völlig normaler Computer gewesen. In einer Zeit, in der Computer noch die Größe eines Kleinmöbels hatten, stand im Arbeitszimmer meiner Eltern ein kleiner Macintosh SE. Und was für einer! Meine Mutter nannte ihn nur "die Dose" (ein Seitenhieb auf DOS, der ihr höchstwahrscheinlich nicht einmal bewusst war), Mac-Nostalgikern ist er eher als "Knubbelmac" bekannt. Der Macintosh war ein kleiner grauer Würfel, der – revolutionär – Rechner und Monitor in einem beherbergte. Lange war mir nicht klar, dass dies nicht unbedingt die Regel war. Ausgestattet war er mit zwei Diskettenlaufwerken, Maus, Tastatur und einem Drucker. Und was war das für eine Wundermaschine! Mit einem aufgerüsteten Arbeitsspeicher von 2 auf 4 MB RAM blieben keine Wünsche offen. Nach dem Einschalten erschien bereits nach einigen Minuten verheißungsvoll das Wort "Willkommen!" auf dem Bildschirm. Mein Lieblingsspiel war Shufflepuck und Texte schrieb man natürlich stilecht mit RagTime (vorausgesetzt man fand die passende Diskette). Es gab eigentlich nur ein Problem: Wir waren mit nichts und niemandem kompatibel. Disketten mit Textdokumenten austauschen: Keine Chance. Heute sieht das natürlich ganz anders aus, aber dazu mehr im zweiten Teil dieses Blog-Beitrags.

Irgendwann war aber auch unser geliebter Familien-Mac nicht mehr auf der Höhe der Zeit, wurde auf den Dachboden verbannt und durch einen monströsen Rechner mit Windows 95 (später 98) und flackerndem Monitor ersetzt. Darauf konnte man jetzt Solitär spielen, Dokumente mit Word erstellen und über Modem im Internet recherchieren. Und da Wikipedia zu der Zeit noch nicht erfunden war, schaut man zunächst bei der Enzyklopädie Encarta vorbei. Auch während meines Studiums wäre ein Mac-Rechner für mich völlig unerschwinglich gewesen. Da sich ein ausrangierter Laptop mit Windows 98 nicht mehr mit dem Uni-WLAN verbinden konnte, gab es also meinen ersten eigenen Laptop von Fujitsu Siemens mit Windows XP. Er begleitete mich mein gesamtes Übersetzungsstudium, ließ mich während meiner BA-Arbeit nicht im Stich, überlebte meine Unbedarftheit im Umgang und sogar ein Glas Orangensaft, das ich über der Tastatur vergoss. Als dieser Laptop nach vier Jahren das Zeitliche segnete, kaufte ich mir meinen letzten Windows-Rechner, einen Laptop in Klavierlackoptik aus dem Hause Dell und Windows 7 als Betriebssystem. Er funktionierte zwar ganz passabel, doch so richtig konnte ich mich nie mit Windows anfreunden. Als sich mir nach Abschluss meines Master-Studiums die Gelegenheit bot, auf ein MacBook Air umzusteigen, überlegte ich daher nicht lange. Ich wagte den Umstieg und habe es seitdem nicht einen Tag bereut. Das MacBook von damals leistet mir auch heute noch gute Dienste. Bis auf einen etwas schwächelnden Akku, läuft es tadellos. Insbesondere beim Dolmetschen in der Kabine ist dieses flache, kleine und leise Gerät nach wie vor sehr praktisch. Es musste zwar vor etwa zweieinhalb Jahren seine Rolle als Hauptrechner abgeben und einem Mac mini mit mehr Festplatten- und doppeltem Arbeitsspeicher Platz machen, doch wie sagt man so schön: Die Mischung macht's.

Sind Sie neugierig, was aus "der Dose" geworden ist? Lange Jahre fristete sie inklusive Zubehör und einer Kiste voller Disketten ihr Dasein auf dem Dachboden zwischen Wintermänteln, Wanderschuhen und Weihnachtsschmuck. Aber da dies ein unwürdiger Ort für dieses Stück Computergeschichte war, sollte der Macintosh ein neues Zuhause finden. Glücklicherweise sollte er einen Platz in einem Museum bekommen. Doch wie wir da alle um ihn herumstanden, nachdem wir ihn vom Staub der Jahre befreit hatten, wurden wir neugierig. Ob er wohl auch nach fast zwanzig Jahren noch funktionieren würde? Also hieß es: Stecker rein, anschalten und abwarten. Und siehe da: Als wäre die Zeit stehen geblieben, wurden wir mit einem freundlichen "Willkommen!" begrüßt. Ich habe dann noch schnell eine letzte Runde Shufflepuck gespielt (die Diskette habe ich natürlich sofort gefunden), bevor wir ihn endgültig ausgeschaltet haben.

Im zweiten Teil beschäftige ich mich vor allem mit den Fragen: Ist ein Leben, oder vielmehr ein Arbeiten ohne Windows, ja gänzlich ohne Microsoft, möglich? Ist es erstrebenswert? Und welche Vor- und Nachteile hat meine Entscheidung? Bleiben Sie dran!

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Macintosh_SE.jpg