Mein Mac und ich (Teil 1): Wie ich zum Mac kam

Der aufmerksame Leser hat es eventuell schon gemerkt, aber für alle, denen es noch nicht aufgefallen ist: Ich bin Mac-Userin aus Leidenschaft. So gut wie alle meine Arbeitsgeräte (Eingabegeräte wie Tastatur und Maus mal ausgenommen) tragen auf ihrer Rück- oder Oberseite den weltberühmten angebissenen Apfel. Im ersten Teil dieses zweiteiligen Blog-Beitrags erzähle ich Ihnen, wie ist es dazu kam. Was hat mich dazu bewogen, auf Apple zu setzen? Und da die Frage "Windows oder Mac?" oft allzu schnell in eine ideologische Grundsatzdiskussion ausartet, möchte ich es mit einem persönlichen Ansatz versuchen.

Macintosh_SE
Ein kurzer Blick zurück in meine Computer-Sozialisierung hilft dabei, meine Zuneigung zu Apple-Geräten zu verstehen. Ein Mac ist für mich immer schon ein völlig normaler Computer gewesen. In einer Zeit, in der Computer noch die Größe eines Kleinmöbels hatten, stand im Arbeitszimmer meiner Eltern ein kleiner Macintosh SE. Und was für einer! Meine Mutter nannte ihn nur "die Dose" (ein Seitenhieb auf DOS, der ihr höchstwahrscheinlich nicht einmal bewusst war), Mac-Nostalgikern ist er eher als "Knubbelmac" bekannt. Der Macintosh war ein kleiner grauer Würfel, der – revolutionär – Rechner und Monitor in einem beherbergte. Lange war mir nicht klar, dass dies nicht unbedingt die Regel war. Ausgestattet war er mit zwei Diskettenlaufwerken, Maus, Tastatur und einem Drucker. Und was war das für eine Wundermaschine! Mit einem aufgerüsteten Arbeitsspeicher von 2 auf 4 MB RAM blieben keine Wünsche offen. Nach dem Einschalten erschien bereits nach einigen Minuten verheißungsvoll das Wort "Willkommen!" auf dem Bildschirm. Mein Lieblingsspiel war Shufflepuck und Texte schrieb man natürlich stilecht mit RagTime (vorausgesetzt man fand die passende Diskette). Es gab eigentlich nur ein Problem: Wir waren mit nichts und niemandem kompatibel. Disketten mit Textdokumenten austauschen: Keine Chance. Heute sieht das natürlich ganz anders aus, aber dazu mehr im zweiten Teil dieses Blog-Beitrags.

Irgendwann war aber auch unser geliebter Familien-Mac nicht mehr auf der Höhe der Zeit, wurde auf den Dachboden verbannt und durch einen monströsen Rechner mit Windows 95 (später 98) und flackerndem Monitor ersetzt. Darauf konnte man jetzt Solitär spielen, Dokumente mit Word erstellen und über Modem im Internet recherchieren. Und da Wikipedia zu der Zeit noch nicht erfunden war, schaut man zunächst bei der Enzyklopädie Encarta vorbei. Auch während meines Studiums wäre ein Mac-Rechner für mich völlig unerschwinglich gewesen. Da sich ein ausrangierter Laptop mit Windows 98 nicht mehr mit dem Uni-WLAN verbinden konnte, gab es also meinen ersten eigenen Laptop von Fujitsu Siemens mit Windows XP. Er begleitete mich mein gesamtes Übersetzungsstudium, ließ mich während meiner BA-Arbeit nicht im Stich, überlebte meine Unbedarftheit im Umgang und sogar ein Glas Orangensaft, das ich über der Tastatur vergoss. Als dieser Laptop nach vier Jahren das Zeitliche segnete, kaufte ich mir meinen letzten Windows-Rechner, einen Laptop in Klavierlackoptik aus dem Hause Dell und Windows 7 als Betriebssystem. Er funktionierte zwar ganz passabel, doch so richtig konnte ich mich nie mit Windows anfreunden. Als sich mir nach Abschluss meines Master-Studiums die Gelegenheit bot, auf ein MacBook Air umzusteigen, überlegte ich daher nicht lange. Ich wagte den Umstieg und habe es seitdem nicht einen Tag bereut. Das MacBook von damals leistet mir auch heute noch gute Dienste. Bis auf einen etwas schwächelnden Akku, läuft es tadellos. Insbesondere beim Dolmetschen in der Kabine ist dieses flache, kleine und leise Gerät nach wie vor sehr praktisch. Es musste zwar vor etwa zweieinhalb Jahren seine Rolle als Hauptrechner abgeben und einem Mac mini mit mehr Festplatten- und doppeltem Arbeitsspeicher Platz machen, doch wie sagt man so schön: Die Mischung macht's.

Sind Sie neugierig, was aus "der Dose" geworden ist? Lange Jahre fristete sie inklusive Zubehör und einer Kiste voller Disketten ihr Dasein auf dem Dachboden zwischen Wintermänteln, Wanderschuhen und Weihnachtsschmuck. Aber da dies ein unwürdiger Ort für dieses Stück Computergeschichte war, sollte der Macintosh ein neues Zuhause finden. Glücklicherweise sollte er einen Platz in einem Museum bekommen. Doch wie wir da alle um ihn herumstanden, nachdem wir ihn vom Staub der Jahre befreit hatten, wurden wir neugierig. Ob er wohl auch nach fast zwanzig Jahren noch funktionieren würde? Also hieß es: Stecker rein, anschalten und abwarten. Und siehe da: Als wäre die Zeit stehen geblieben, wurden wir mit einem freundlichen "Willkommen!" begrüßt. Ich habe dann noch schnell eine letzte Runde Shufflepuck gespielt (die Diskette habe ich natürlich sofort gefunden), bevor wir ihn endgültig ausgeschaltet haben.

Im zweiten Teil beschäftige ich mich vor allem mit den Fragen: Ist ein Leben, oder vielmehr ein Arbeiten ohne Windows, ja gänzlich ohne Microsoft, möglich? Ist es erstrebenswert? Und welche Vor- und Nachteile hat meine Entscheidung? Bleiben Sie dran!

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Macintosh_SE.jpg

3 praktische Helfer für Mac-User

Auf meinem Mac habe ich viele Tools, die bei mir fast täglich in Benutzung sind und auf die ich nicht mehr verzichten möchte, weil ich damit schneller, effizienter und einfach stressfreier arbeiten kann. Drei davon möchte ich hier kurz vorstellen:

Plain Clip – für unformatierten Text

Es ist toll, was bei der Formatierung von Text alles möglich ist: fett, kursiv, unterstrichen, große Schrift, kleine Schrift … Doch manchmal braucht man beim Einfügen von kopiertem Text einfach nur unformatierten, reinen, also plain Text. Wird beispielsweise in MS-Word gearbeitet, ist das Einfügen ohne Formatierungen sehr einfach möglich, aber beim Hin- und Herkopieren von Text zwischen anderen Programme, kann es auch mühselig werden. Und genau dafür nutze ich Plain Clip! Dieses winzige Programm verfügt über exakt ein Fenster für die Voreinstellungen und hat ansonsten keine Benutzeroberfläche. Die Anwendung ist entsprechend leicht zu bedienen: Text kopieren, ein Mausklick auf das Plain Clip-Icon im Dock, unformatierten Text einfügen. Fertig! Und das Beste kommt zum Schluss: Plain Clip ist kostenlos.

Plain Clip


Foldery – für Farbkleckse im Finder

Ich muss gestehen, dass ich mit den farbigen Tag-Punkten auf dem Mac nie so richtig warm geworden bin. Viel ansprechender finde ich das Ergebnis der App Foldery, die es im Mac App Store zu kaufen gibt. Ordner, die ich besonders oft verwende, färbe ich damit bunt ein. So erkenne ich sie im Finder auf den ersten Blick und muss nicht lange suchen. Auch diese App ist kinderleicht zu bedienen: Farbe auswählen und anschließend den gewünschten Ordner per Drag & Drop auf das Foldery-Fenster ziehen. Ihre Lieblingsfarbe hat sich geändert? Kein Problem. Ziehen Sie den eingefärbten Ordner einfach wieder auf das Symbol mit dem Ordner in Standardfarbe und die ursprüngliche Farbe wird wiederhergestellt. Kostenpunkt: 2,29 € im App Store (Stand Februar 2018).

foldery_2 foldery


Magnet – für mehr Übersichtlichkeit auf dem Bildschirm

Bei Magnet ist der Name Programm. Wie ein Magnet haften die Fenster beim Verschieben mit der Maus dort an, wo Sie sie hinziehen. Im Handumdrehen haben Sie Ihre Fenster übersichtlich angeordnet. Fenster lassen sich in die Bildschirmecken oder an die Ränder verschieben. Sie können sogar auch drei Fenster vertikal nebeneinander anordnen. Für jede Bewegung ist auch eine Tastenkombination hinterlegt, aber ich ich bevorzuge es, die Fenster mit der Maus zu arrangieren. Dazu muss in den Einstellungen nur das entsprechende Häkchen gesetzt werden (siehe Screenshot). Der Preis im App Store liegt bei 1,99 €. Eine Ausgabe, die sich lohnt!

magnet


PS. Zugegeben: Windows-Nutzer haben den Vorteil, dass sie kein zusätzliches Programm wie Magnet dafür benötigen, denn in Windows 10 ist diese Funktion bereits integriert. Sie heißt dort
Andocken und lässt sich in der App Einstellungen -> Multitasking aktivieren.